Van Diepen und die Fraeylemaborg

Die jahrhundertealte Fraeylemaborg in Slochteren ist seit 1975 offen für Besucher. Von Anfang an hat die Kollektion Van Diepen für die Einrichtung der Borg eine wichtige Rolle gespielt, sowohl bei Ausstellungen als auch als Teil des ständigen Inventars.

Dieser besondere Band hat dazu geführt, dass die Jan Menze van Diepen Stiftung 1994 ihre Kollektion in einem neuen Depot auf dem Landgut Fraeylemaborg unterbrachte.

In der Fraeylemaborg kann man im gesamten Gebäude Kunstwerke aus der Van Diepen Kollektion in wechselnder Zusammensetzung bewundern.
 


Wer war Jan Menze van Diepen?

Jan Menze van Diepen wurde 1905 in der Stadt Groningen geboren, abstammend aus einer Familie von Schiffbauern. Seit seiner Jugend hatte er eine Vorliebe für Kunst und Geschichte.

Das Sammeln lag ihm im Blut und in einem Zeitraum von mehr als 50 Jahren hat er eine umfangreiche und abwechlungsreiche Kollektion zusammengestellt.

Seine Vorliebe für Asiatische Keramik hat er von seinen Eltern geerbt. Aufbauend auf ihre Sammlung konnte er eine glänzende Kollektion zusammentragen, die einzigartig ist für eine Privatperson. Während des Zweiten Weltkrieges fing er mit einem anderen wichtigen Teil der Kollektion an: Bilder und Keramik mit Bezug zu dem Haus Oranien-Nassau.

Van Diepen sammelte allerdings nicht nur für sich selbst, sondern versuchte andere Leute mitgeniessen zu lassen, indem er ihnen seine Kunstwerke für kürzere oder längere Zeit leihweise überliess.

Jan Menze van Diepen starb am 26. Februar 1994 in Haren.
 


Die Jan Menze van Diepen Stiftung

Die Stiftung wurde 1978 von Herrn Van Diepen gegründet, um in Zukunft seine Kollektion zu verwalten.

Die Zielsetzung spricht für sich:
"Het doel van de stichting is de verkrijging, het beheer en de tentoonstelling voor publiek van voorwerpen van beeldende kunst, ceramiek, glas, prenten, kaarten, foto's, byjoux, meubelen, curiosa en andere kunstvoorwerpen met een historische waarde, alsmede het in bruikleen geven van de voorwerpen aan instellingen, die een gelijksoortig doel nastreven als deze stichting".
("Das Ziel der Stiftung ist das Erwerben, das Verwalten und das Ausstellen von Objekten der bildenden Kunst, Keramik, Glas, Stichen, Karten, Fotos, Byoux, Möbeln, Kuriosa und anderen Kunstobjekten mit historischem Wert, wie auch das Verleihen dieser Gegenstände an Institute mit derselben Zielsetzung wie diese Stiftung.")

Der Vorstand der Stiftung setzt sich wie folgt zusammen:

Prof. Drs. A. te Bos, Kassenwart
Mr. J. Kuipers, Sekretär
Drs. H.B.M. Bemboom, allgemeines mitglied

Mitarbeiter:

Drs. H. van Harten-Boers, Konservator/Verwalter
H.L.F. Siemensma, Registrator/Instandhaltungmitarbeiter


Woraus besteht die Kollektion?

Die Kollektion besteht aus vier Hauptteilen:

1. Asiatische Keramik und Glas
 

Weinkaraffe in der Form einer Frau.
 Ming, zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Chinesische Schnupftabakflasche mit
polychromer Innenbemalung.


2. Bilder und Keramik mit Bezug zu dem Haus Oranien-Nassau
 

Porträt von Koningin Wilhelmina
in Krönungsgewand. (1898)

Teller mit porträt von Wilhelmina von Preussen und Willem V. Letztes viertel 18. Jahrhundert.


3. Topographische Karten und Bilder der Provinz Groningen
 

Groningen mit Westerwolde,
Kupferstich von Claes Jansz. Visscher. (1621)

Vogelperspektiefkarte Stadt Groningen,
Kupferstich von G. Braun und F. Hogenberg. (1575)


4. Bildende Kunst von (hauptsächlich) Groninger Künstlern
 

Schiffswerft van Diepen in Waterhuizen,
Stich von Riekele Prins. (1905-1954)

Die Gardepoort in Groningen, Pastell
von Johan Dijkstra. (1896-1978)


Zugang zur Sammlung

Die gesamte Kollektion wurde in einem automatisierten Bestand registriert (bestehend aus mehr als 9000 Nummern). Jedes Objekt ist mit Text und Foto katalogisiert worden und mittels eines gut funktionierenden Suchsystems leicht auffindbar. Die Verwaltung ist in Händen eines Konservators und eines Instandhaltungsmitarbeiters.

Die Stiftung ist bemüht die Anzahl der Leihgaben an Museen und kulturelle Institute zu vergrössern, um so dem Wunsch des Sammlers Van Diepen nachzukommen.

Zugleich wird an Ausstellungen mit eigenen grossen Themen gearbeitet. Diese Ausstellungen kann man als Ganzes von der Jan Menze van Diepen Stiftung als Leihgabe mit den dazugehöhrenden Bildtexten erhalten.
 


Leihbedingungen


Oranien-Ausstellung "Oranje, tekenen van herinnering" in Foyer der Martiniplaza, Groningen 2004.

Eines der Ziele der Jan Menze van Diepen Stiftung ist es, die Kollektion Interessierten zu zeigen.
Um dies zu realisieren, hilft die Stiftung gerne mit der Bereitstellung von Leihgaben an Museen und kulturelle Institute.

Bedingung hierbei ist, dass die geliehenen Objekte auf verantwortungsvolle Weise ausgestellt werden, wobei Sicherheit und gute Klimakonditionen gewährleistet sein müssen.

Kunstwerke auf Papier werden eingerahmt verliehen. Dafür kann eine Vergütung erforderlich sein.
Die Kosten für den Transport und die Versicherung müssen von dem Leiher übernommen werden.

Information:
Jan Menze van Diepen Stichting
Hoofdweg 30
9621 AL Slochteren
Telefon: +31-(0)598 422316 / (0)598 421568
E-mail: info@vandiepenstichting.nl